Re: Primärschlamm/ ÜSschlamm Faulverhalten

Diskussionsforum für Klärwärter und Abwassertechniker

Geschrieben von Martin am 30. April 2012 16:54:00:

Als Antwort auf: Primärschlamm/ ÜSschlamm Faulverhalten geschrieben von Timo am 30. April 2012 12:49:49:

Hallo Timo,
ich bin nicht gerade ein Experte für Schlammfaulung, ich habe mich aber vor nicht langer Zeit mit meinem Kollegen über das Thema anaerobe Abwasserbehandlung unterhalten. Er sagte mir, dass 1.000 kg CSB ca. 350-400 m³ Biogas ergeben und in der Regel beträgt der CH4-Gehalt in Biogas ca. 50-75%. Jetzt müsste man also wissen, wieviel CSB in welcher Zeit im Voreindicker abgebaut wird. Dazu ist auch erforderlich zu wissen welche Menge Primärschlamm in der Vorklärung anfällt. Die Menge hängt von der Aufenthaltszeit des Abwassers im Vorklärbecken ab, hierzu findet man Ansätze und Angaben in der einschlägigen Literatur wie zum Beispiel Hosang/Bischof Abwassertechnik , Bever/Teichmann Weitergehende Abwasserreinigung, etc. .

Soweit ich weiß gibt es auch bei der DWA einen Fachausschuss für Klärschlamm und für Anaerob Technik. Auf der Webseite der DWA www.dwa.de findet man auch entsprechende Kontaktdaten.

Der Schlamm aus dem Faulturm sollte weitestgehend ausgefault sein und nur noch schwach gasen. Andernfalls könnte man ja im Faulturm noch wesentlich mehr Gas und damit Energie gewinnen.

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen und wenn du mehr Details in Erfahrung bringen kannst bitte hier posten damit alle etwas davon haben.

Gruß,
Martin
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Hallo,
ich schreibe gerade eine Arbeit über Kläranlagen.
Dabei liegt mein Hauptaugenmerk auf Vor- und Nacheindicker und die Möglichkeit der Entstehung von Methan in diesen.
Angenommen wird dabei :
In den Voreindicker wird nur Primärschlamm aus dem Vorklärbecken geleitet.
In den Nacheindicker nur Schlamm aus dem Faulturm.
Die Kläranlage ist für eine Größe von 30-40.000 EW dimensioniert.
Industrielles Abwasser liegt nicht vor.
Kann der Primärschlamm im Voreindicker faulen und wie stark gast er aus? (der Methan wert ist hauptsächlich interessant) Gibt es dazu Rechenansätze/Erfahrungswerte. Der Voreindicker ist stets voll befüllt und wird stetig durchmischt (Intervall von 30 min Standzeit 1min mischen). Das Trübwasser wird abgefangen.
Die Verweildauer des Schlamms im Voreindicker spielt mit Sicherheit eine rolle.
Der Nacheindicker ist eher als Faulschlammstapel zu betrachten. Der Schlamm wird aus dem Faulturm in den Nacheindicker eingeleitet und ab einer gewissen Schlammhöhe weitergeleitet. Fault der Schlamm aus dem Faulturm weiter? und wenn ja, kann man berechnen wie stark ?
Gibt es evtl zu dem Thema schon einen Praxisbericht?
Freundliche Grüße
Timo



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