Re: Sinn und Unsinn von Schlammfaulungsanlagen

Diskussionsforum für Klärwärter und Abwassertechniker

Geschrieben von Dipl. Ing. Schiefer am 30. November 2012 16:27:15:

Als Antwort auf: Re: Sinn und Unsinn von Schlammfaulungsanlagen geschrieben von Leonie am 28. November 2012 19:09:58:

Hallo, Leonie. Zum Thema "Klärschlammtrocknung werde ich nächste Woche ein paar Berechnungen in die Diskussion einbringen. Bin leider momentan mit ein paar Abgabeterminen konfrontiert, denen ich mich widmen muss. Aber zum Thema Wasserstoff habe ich vielleicht etwas Interessantes für Sie. Vor ca. 4 Jahren wurde uns ein Biogas-Verfahren vorgestellt, dass thermophile TIEFSEEBAKTERIEN (bis zu 65 Grad C!) einsetzt. In einem Fermenter werden diese Bakterien vermehrt und dem Bioreaktor zugespeist. Diese Bakterien produzieren H und im Ergebnis gewinnt man ein Biogas in Erdgasqualität. Recht exotisch, dieses Verfahren und vor vier Jahren wohl noch nicht ausgereift und daher nicht für die Praxis empfehlenswert. Der Ansatz bei diesem Verfahren war jedoch hoch interessant. Glaube kaum, dass in der Richtung noch etwas passiert ist. Für akademische Betrachtungen wird es aber reichen. Ein gewisser Dr. Erich Rebholz (ein Dr. med.) hat mehrere Patente angemeldet. Hier ein Link: https://data.epo.org/publication-server/html-document?PN... Nächste Woche werde ich versuchen, auf das Praxisbeispiel vom Klärer55 bezogene (nachvollziehbare) Daten bezüglich Energiegewinnung und Kostenreduktion zu erarbeiten. Dem Klärer55 sei Dank für seinen Beitrag, zumal die Nähe zu einem Braunkohlekraftwerk zwar den Aufwand der Austrocknung für eine MITVERBRENNUNG nicht lohnt, aber wahrscheinlich nichts gegen eine Austrocknung zur eigenen Energiegewinnung und Volumenreduktion spricht. Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!!!


Ich habe im Thieme/Allgemeine Mikrobiologie folgendes gefunden:
Ich zittiere: "Die methanbildenen Bakterien liegen mit dem Wasserstoff produzierenden Bakterien offenbar in einer engen Vergesellschaftung vor. Am Mikrostandort wird Wasserstoff kaum gasförmig frei. Vielmehr wird der ausgeschiedene, im Medium gelöste Wasserstoff von den Methanbildern unmittelbar aufgenommen. Es ist bekannt, daß ein hoher Wasserstoff-Partialdruck den Stoffwechsel und das Wachstum mehrerer Wasserstoff produzierender Bakterien hemmt. Das bedeutet, daß nicht nur das methanoge Bacterium auf den H2 Produzenten angewiesen ist, sondern auch der H2 Produzent auf den Wasserstoff verbrauchenden, Methan bildenen Partner. Es liegt also eine Assoziation im Sinne einer mutualistischen Symbiose vor."
Frage beantwortet, ich rudere zurück ans Seeufer.
Leonie

Hallo Leonie,
bei der Faulung entsteht nur sehr wenig Wasserstoff. Den Prozeß nur bis zur Waserstofferzeugung zu betreiben funktioniert meines Wissens nicht oder noch nicht.
Aber schau mal bei www.Klärwerk.info vorbei, dort ist ein interessanter Bericht zur Erzeugung von Wasserstoff aus der Elektrolyse von Wasser durch überschüssigen Windstrom und danach Umwandlung des bei der Faulung entstandenen Kohlendioxids mit Wasserstoff zu Methan
LG
Klärer55



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