Re: Sinn und Unsinn von Schlammfaulungsanlagen

Diskussionsforum für Klärwärter und Abwassertechniker

Geschrieben von Dipl. Ing. Werner Schiefer am 21. Januar 2013 14:45:12:

Als Antwort auf: Re: Sinn und Unsinn von Schlammfaulungsanlagen geschrieben von Klärer55 am 20. Januar 2013 21:39:39:

Hallo Klärer55,
die Informationen, die mir über die "KA Wien" zur Vefügung stehen, sind die gleichen, die auch Ihnen zur Verfügung stehen. Der Betreiber verweigert jedwede Info bezüglich seiner Entsorgungskosten für 1,8 Mio Tonnen Dünnschlamm! Ihre Zeilen über die Verwendung von Flockungsmitteln bei der "Fest-/Flüssigtrennung" sollten allerdings bei Ihnen einige Fragen aufwerfen. Die erste Frage, die sich hier aufdrängt ist, wieso dieses Verfahren auf der besagten KA nicht eingesetzt wird. Wenn Sie sich die Informationen ansehen, so durchläuft momentan der Rohschlamm (unbehandelt) die KA. In der Zukunft wird dies der (brennwertreduzierte) Faulschlamm sein. Eine Entwässerung des Schlammes (VOLUMENREDUKTION) wie Sie z.B. auf Ihrer KA vorgenommen wird, ist auch in Zukunft nicht vorgesehen (de.wikipedia.org/wiki/Hauptkläranlage_Wien).
Das Werk Simmeringer Haide der Fernwärme Wien ist eine Sondermüllverbrennungsanlage und - was Sie vielleicht nicht wissen - ein eigenständiger Entsorgungsbetrieb, der nicht Teil der KA ist, sondern die KA als (wohl besten) Kunden hat. Allein die dort anfallende Abwärme (wenn die KA darauf zugriff hätte) würde ausreichen, um den Schlamm, bereits auf der KA, zu trocknen. Ich denke, dass Ihre Entsorgungskosten um einiges ansteigen würden, wenn die bei Ihnen anfallende Menge an Schlamm mit 4% TS zur Entsorgung durch Dritte anstünde. Bei einem Einsatz von Flockungsmitteln auf 37% TS zu kommen (ohne die unterstellte Absicht dem Schlamm Energie zuzuführen) sollte Sie zur Kontaktaufnahme mit der "Fernwärme Wien" führen. Wie Sie wissen, ist 37% ein verdammt guter Wert. Vielleicht wird dieser Wert aber nur in Kombination mit der "ERWÄRMUNG" des Schlammes (auf wieviel Grad Celsius?) erreicht. Zum Schluss eine Frage: Wären Sie interessiert an einer "Fest-/Flüssigtrennung" und Schlammeindickung (durch Schwerkraft), die Ihnen bis zu 30% TS liefert? Im Saarland steht eine mobile Anlage, die Sie sich auf Ihre KA holen können! Dem Verfahren ist es egal, ob es sich um Roh- oder Faulschlamm handelt. Wenn die "Demonstration" an Ihrer individuellen KA-Situation negativ verläuft, können Sie - wie es Herr B. meint - die Herrschaften "vom Hof jagen". Ich bin davon überzeugt, dass ein solches Vorgehen besser als jedes geschriebene Wort ist. Vielleicht laden Sie sich noch weitere Interessenten ein? Für eine Terminvereibarung stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Sie können sich natürlich auch direkt an den Verfahrensgeber wenden. Vielen Dank für Ihre Geduld!!!

Hallo
@ Dipl. Ing. Werner Schiefer,
irgendwie muten mir Ihre Diskussionsbeiträge schon sehr seltsam an, als kennen Sie Kläranlagen nur vom Namen her.
Flockungshilfsmittel(Kunststoffe in Pulverform) sind Polyacrylamide die dazu dienen die Schlammemulsion aufzuspalten.
Die Stoffe werden zunächst in Wasser gelöst und verbleiben im Filtrat. Eine Erhöhung der Trockensubstanz erfolgt nur durch Abtennung von Wasser aus dem Schlamm.
Die Energie die dem Schlamm mittels Faulungsanlagen entnommen wird kann auf den Kläranlagen in zwei wertvolle Energietträger (Strom und Wärme) verwandelt werden die vor Ort direkt verwertet können. Außerdem kann das entstandene Klärgas problemlos zwischengespeichert werden.
@ Thomas B.
Sind Sie am Projekt in Wien beteiligt; vielleicht können Sie zur weiteren Aufklärung beitragen.
LG
Klärer55



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