Re: Sinn und Unsinn von Schlammfaulungsanlagen

Diskussionsforum für Klärwärter und Abwassertechniker

Geschrieben von dipl. Ing. Werner Schiefer am 23. Januar 2013 14:06:06:

Als Antwort auf: Re: Sinn und Unsinn von Schlammfaulungsanlagen geschrieben von Heiko am 23. Januar 2013 09:10:12:

Hallo Heiko,
ich weiss nicht aus welchen Sätzen Sie den nützlichen Wegweiser in Richtung Schlammfaulung gefunden haben, aber vielleicht fällt es Ihnen nun leichter die Frage zu beantworten: Welchen Sinn macht es, den Kärschlamm durch Ausfaulung in seinem Brennwert zu reduzieren und ihn dann - unter Zugabe von Energie (die nun fehlende sowie zusätzliche) - zu verbrennen? Sie haben mir in vielen Punkten zugestimmt. Leider nie konkret in welchen Punkten. Sind wir in Sachen Energiebilanz und CO2-Equivalenten einer Meinung? Unterliegt das Projekt EOS den Gesetzen der Thermodynamik oder werden der Öffentlichkeit neue Wege in der Berechnung von Energiebilanzen vorenthalten? Ohne eine Antwort auf die gestellte Frage (zumindest auf deren ersten Teil) macht - wie Sie bereits selbst angemerkt haben - eine Diskussion zum Thema "Ausfaulung" oder "Austrocknung" von Schlämmen wenig Sinn, da wir gegensätzlicher Meinung und/oder Auslegung bezüglich der Gesetze der Thermodynamik sind. Selbst wenn es heute technisch nicht möglich wäre, Schlamm wirtschaftlich auszutrocknen (wobei ich behaupte, es ist möglich!) wird diese Möglichkeit - deren UNMACHBARKEIT durch nichts belegt ist - nicht in Betracht gezogen.
Ihr Gedanke, Braunkohle zu trocknen ist generell gut, jedoch das Ausgangsmaterial nicht pastös/teigartig (siehe Schlamm mit 50% TS), um es pelletieren zu können. Sie erinnern sich? Um Schlamm wirtschaftlich austrocknen zu können, muss er pelletiert werden, um ihn anschließend mit Abfallwärme trocknen zu können.
Die Überlegungen des Klärer55 beziehen sich auf die Situation, dass der Schlamm "seiner KA" an ein nahegelegenes Braunkohlekraftwerk übergeben wird. EOS sowie die meisten (oder alle) KA in Österreich haben nicht diesen (zweifelhaften) "Vorzug".
Ich bin der Meinung, Schlamm gehört gründlich entwässert, eingedickt, auf pelletierbare Konsistenz gebracht, mit Abfallwärme getrocknet und zur Energiegewinnung herangezogen, statt ihn einer (teuren)Entsorgung zuzuführen.
Gruß, Werner Schiefer

Es freut mich dass wir inzwischen zum Ergebnis gekommen sind, dass der Weg der Schlammfaulung richtig ist und wir nur noch über das Detail sprechen wo die Entwässerung erfolgen sollte. Ich möchte in diesem Zusammenhang nochmal den Satz von Klärer55
"Die Braunkohle hat einen Wassergehalt von 45 - 60 %, der Klärschlamm von 25 % bei einem Anteil von ca. 5 % Klärschlamm an der Kohle liegt der zusätzliche Wasseranteil im Schwankungsbereich der Braunkohle selbst"
aufgreifen. Im Umkehrschluss würde dies folglich bedeuten, dass wenn wir uns Gedanken über die Trocknung des Klärschlammes machen wir uns auch Gedanken über die Trocknung der Kohle machen müssten, welche ja schließlich 95% der Gesamtmasse ausmacht. Zudem gehe ich davon aus (Szenario theoretischer Natur) dass sich die Kohle wesentlich unproblematischer trocknen liese als der unbehandelte Klärschlamm.
Deshalb kann die Devise nur lauten: Die Vorteile der Schlammfaulung nutzen, entwässern und entsorgen.
Heiko

Hallo Klärer55,
das Angebot bleibt natürlich bestehen, selbst wenn es zur Zeit nicht benötigt wird. Ich habe einige Informationen zur Klärschlammtrocknung zusammengetragen. Unter anderem habe ich Infos (Wirtschaftlichkeitsberechnung) anhand der von Ihnen eingestellten Praxisdaten erarbeitet/erarbeiten lassen! Das ist aber so viel Text, da kommen Ihnen meine bisherigen Beiträge "kurz und bündig" vor. Wenn Sie wollen, lasse ich Ihnen diese Info auf anderem Wege zukommen (email?). Sie können ja dann entscheiden, ob eine Veröffentlichung in diesem Forum Sinn macht. Selbstverständlich sichere ich Ihnen Vertraulichen Umgang mit Ihrer Adresse zu. Ich habe (und will) nichts verkaufen! Gruß, W. Schiefer
P.S.: 1,8 Mio. Tonnen stehen 180.000 Tonnen gegenüber. Sollte preislich günstiger sein, auf das Pumpen zu verzichten. Leider gibt es keine Angaben bezüglich Entsorgungskosten pro Tonne!
Hallo
@ Dipl. Ing. Werner Schiefer,
Danke für das Angebot zur Versuchsanlage zur Schlammentwässerung. Leider kommt dies 2 Jahr zu spät, da damals Versuche mit verschiedenen Entwässerungsaggregaten gefahren wurden und wir uns für eine Zentrifuge mit besonderer Flockenaufbereitung entschieden haben. Diese Anlage wird zur Zeit installiert.
Bezüglich der Schlammentwässerung auf der Kläranlage Wien denke ich das es durchaus Sinn macht diese auf dem Werk Simmeringer Haide der Fernwärme Wien durchzuführen, da ein Schlamm mit 4 % TS besser zu pumpen ist als ein Schlamm mit 37 % TS.
LG
Klärer55



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