Re: Schlammmitbehandlung

Diskussionsforum für Klärwärter und Abwassertechniker

Geschrieben von Jo am 01. März 2013 12:14:01:

Als Antwort auf: Schlammmitbehandlung geschrieben von Ole am 28. Februar 2013 10:54:30:

Lieber Ole,

Die Schlammentsorgung bereitet immer größere Sorgen. Besonders die kleineren Gemeinden haben damit ihre Sorgen, wo eine großtechnische Anlage nicht eingesetzt werden kann.

Ich verstehe allerdings nicht, was eine zentrale Ausfaulung machen soll? Mit der Ausfaulung wird nur Energie verschwendet, weil die Methabolisierung des organischen Schlammes nur teilweise erfolgt und die erzeugte Wärme für den Selbstzweck, nämlich für die Beheizung des Faulturmes verwendet wird.

Das Schlimmste bei den Faultürmen ist jedoch, dass der größte Teil des Schlammes nach dem Faulturm doch noch entsorgt werden muss, als wäre nichts passiert. Damit sind also die Probleme nicht gelöst.

Dafür benötigt man wirklich keinen Faulturm, der Millionen kostet und zusätzlich hohen Betriebskosten verursacht!

In Nord Elsass, Frankreich entsteht z.Zt. durch deutsche Initiative eine Anlage zur Einsammlung und Verwertung des Schlammes von sechs kleinen Gemeinden. Die in Frankreich übliche aerobe Behandlung der Schlämme erlaubt eine Entwässerung nur auf etwa 20 % TS, deshalb wird von den Initiatoren angeboten, durch eigene Vorentwässerungsgeräte die Entwässerungsergebnisse deutlich zu verbessern.

Die sechs Gemeinden bringen jährlich 14.042 t entwässerten Schlamm auf die Waage. Diese werden auf Kosten der Entwickler auf eine zentrale Stelle zusammen-getragen, getrocknet, verbrannt und verstromt. Den Gemeinden wird die Last der Entsorgung vom Schulter genommen und dies sogar für 20 % billiger, als die z.Zt. bezahlten Entsorgungskosten. Dieser Preis wird sogar während der gesamten Laufzeit des Dienstleistungsvertrages – 10- oder 15 Jahren lang – ohne Erhöhung beibehalten.

Würde sich nicht rentieren, einer derartigen Lösung nachzudenken?

Tschüss: Jo.


Ich denke darüber nach, ob es Energetisch Sinn macht Schlämme aus einem begrenzten Raum zentral auszufaulen und zu verarbeiten.
Natürlich nur, wenn sie vor der Vermischung regelmäßig untersucht werden.
Die Landwirtschaftliche Verwertung wird immer schwierigen durch neue Vorschriften und Auflagen.
Auch weil die Landwirtschaft selbst Probleme hat ihre eigenen Güllemengen zu verwerten, durch Massentierhaltung und Biogasanlagen wird das Problem immer dringender.
Ich halte es vor allem in Gegenden Sinnvoll wo eine intensive Tierhaltung betrieben wird.
Große Anlagen können besser auf zukünftige Herausforderungen reagieren.
Um unseren Schlamm zu verwerten mussten wir früher maximal 2km fahren.
Heute fahren wir bis zu 100km.
Und morgen?



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