Re: Schlammmitbehandlung

Diskussionsforum für Klärwärter und Abwassertechniker

Geschrieben von Dipl.Ing. Josef Mérai, Geschäftsführer am 17. April 2013 12:49:21:

Als Antwort auf: Re: Schlammmitbehandlung geschrieben von harzer am 17. April 2013 07:27:45:

Also,
ich bin bereit meinen vollen Namen zu nennen, ganz im Gegenteil von Ihnen. Ich bin auch gerne bereit jeden, der von diesem Thema etwas versteht, Rede und Antwort stehen. Er soll nur vernünftig argumentieren und vernünftige Argumente auch akzeptieren können.

Faulturm kommt aus der Entwicklung der Schlammaufbereitung. Als der Schlamm zu viel wurde und in den üblichen Faulbeeten keine genügende Volumenreduzierung erreicht wurde, hat man den Faulturm erfunden, wo ein wesentlicher Teil des organischen Teil des Schlammes durch methabolisierung vernichtet wurde. Das gebildete Methangas wurde einfach verfackelt. Der Rest wurde mit den ebenfalls für die Schlammreduzierung erfundenen Geräten - Siebtrommel, Zentrifuge, Siebbandpresse, Kammerfilterpresse - im Volumen weiter reduziert und den Schlamm auf die Deponie oder in die Landwirtschaft abgegeben.

Später wurde festgestellt, dass mit der Verfackelung des Methangases Energie verschleudert wird und man entwickelte die BHKWs, die heute noch eingesetzt und damit Strom erzeugt werden.

Das ist die Lage heute. Dass dabei der Schlamm stabilisiert oder neutralisiert wird, ist ein Kindermärchen. Der orgnische Teil ist weniger geworden. Der ausgefaulte Schlamm stinkt aber weiter, bleibt ekelhaft, ist mit Viren und Bakterien voll und arbeitet weiter. Wer es nicht glaubt, soll es versuchen in einen mit Faulschlamm gefüllten und gut verschlossenen Kanister in seine Wohnung zu stellen und abwarten, wass passiert. Ich bin überzeugt, spätestens nach einer Woche wird er mir glauben.

Sie reiben die Hände weil Sie meinen, mit der Stromerzeugung haben Sie ein gutes Geschäft gemacht und ein Teil des Stromverbrauchs der Kläranlage damit gedeckt ist. Wie gesagt, wir sind noch immer bei der Grundgedanke, der Schlamm muss vernichtet werden. Das ist falsch! Der kommunaler Klärschlamm ist ein ausgezeichneter Energieträger, der dementsprechend behadelt werden soll.

Der Bau von Faultürmen ist ein Schildbürgerstreich. Warum das so ist, werden Sie sofort einsehen, wenn Sie Folgendes bedenken:

Wir entwässern den Schlamm auf durchschnittlich auf ca. 30 % TS und bringen es - anstatt wie früher auf die Deponie - in Kraftwerke und lassen es verbrennen. Bekanntlich brennt aber der Schlamm erst bei ca. 40 % TS, für die Verbrennung muss also Zustzenergie - meistens in Form von Gas oder Öl - zugegeben werden.

Was machen wir aber: Wir bauen Faultürme und nehmen einen wesentlichen Teil der energie des Schlammes ab. Um nachher den Rest verbrennen zu können, müssen wir die abgenommene Energie zurückgeben, um den ursprünglichen Zustand zu erreichen und dann noch zusätzlich, um verbrennen zuu können. Aber dann haben wir den Schlamm nur vernichten können, obwohl es noch viel Energie enthält. Aber daran denkt niemand mehr, weil durch die Selbstzufriedenheit, wir haben mit dem Faulturm etwas Wunderbares erreicht und Energie erschafft, niemand mehr witer denkt. Und für diesen Irrtum sind wir bereit Millionen auszugeben.

Das kann ja kein Kommualpolitiker vertreten!

Richtig ist es, den Schlamm als Energieträger zu betrachten und dementsprechend behandeln. Der Rohschlamm soll direkt entwässert und hochprozenntig getrocknet und dann thermisch verwertet werden.

Und wie das gemacht wird, kann ich Ihnen zeigen. Rufen Sie an!
Freundlichst Ihr
Dipl.Ing. Josef Mérai, Geschäftsführer der AQUEX GmbH, Industriestraße 8, 66280 Sulzbach. Tel: 06897 68 58 69 2, Fax - 6858741, E-mail: merai@aquex.de


Hallo,
wer verbirgt sich den nun hinter Jo: Herr Merais oder Herr Schiefer?
Ansonsten immer nur die gleiche unbewiesene Behauptung wie schon in der Diskussion: Unsinn oder Sinn von Faulungsanlage.
Jeder weitere Kommentar erübrigt sich wohl hiermit
LG
Klärer55
Hallo zusammen,
Jo kennt offensichtlich keine gut funktionierende anaerobe Stabilisierung in Faulbehältern
und auch nicht den dazu notwendigen, sehr geringen, Aufwand!
hz



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