Re: Schlammmitbehandlung

Diskussionsforum für Klärwärter und Abwassertechniker

Geschrieben von Dipl.Ing. Josef Mérai, Geschäftsführer am 08. Mai 2013 17:59:57:

Als Antwort auf: Re: Schlammmitbehandlung geschrieben von harzer am 03. Mai 2013 09:20:32:

Guten Tag Herr Zerrer.

Sie vermissen bei meinen Ausführungen die nachprüfbare Quellen bezüglich der Schlammfaulungsanlagen. Sie haben Recht. Wir haben nämlich gar keine Faulung. Die abgetrennte Feststoffe werden sofort weiter verarbeitet: Sie passieren den Schnellabsetzbehälter, die beiden Entwäserungszylinder, die Pelletierung und Trocknung und in etw 2,5 bis 3 Stunden sehen wir sie als Pellets mit 95-98 % TS wieder.
Sie behaupüten, Sie hätten eine Faulungsanlage die gut ist, schön ist, arbeitet automatisch und erzeugt Strom und Wärme. Das ist alles schön. Aber wozu?
Sie haben eine 30-jährige Erfahrung mit veschiedenen Systemen, dann kennen Sie sich bestimmt gut aus. Ich habe 33 Jahren Erfahrung und während dieser Zeit habe ich allen Erdenkliches ausprobiert und meine Schlüsse gezogen. Die Faultürme sind aus der Notwendigkeit, die Schläme zu vernichten, gebohren. Bis heute ist an dieser Grundgedanke nichts geändert worden. Das usprüngliche System ist nur verfeinert worden: Das erzielte Gas wird heute nicht mehr verfackelt, sondern genutzt. Haben Sie sich schon Gedanken darübe gemacht, ob dieses Verfahern tatsächlich erforderlich ist und ob der Schlamm nicht wirtschaftlicher genutzt werden kann?
Wir "nutzen" heute den Rohschlamm, in dem wir es in Faultürmen ausfaulen und etwas (ca. 40 %) aus seiner Energie verwerten. Wir erzielen Strom. Über die Wärme brauchen wir uns nicht unterhalten, diese wird hauptsächlich zur Aufrechtehaltung der Tempeatur im Faulturm verbraucht. Danach haben wir einen Faulschlamm mit entsprchend geminderten Energiegehalt und durchschnittlich etwa 27 % TS, der vernichtet werden muss. Es soll also verbrannt werden, aber dazu sind etwa 40 % TS erforderlich und das wird i.R. nicht erreicht. Was machen wir? Wir geben für die Verbrennung erforderliche Energie - und dies ist mehr als wir aus dem Faulturm gewonnen haben - in irgendwelcher Weise zurück. Und dann haben wir den Schlamm erst vernichtet, nicht genutzt!
Wozu haben wir dann die sündhaft teueren Faultürme?
Ich will Ihnen Ihre schöne (aber teuere) Spielzeuge nicht wegnehmen. Aber Sie würden noch immer wirtschaftlicher arbeiten, wenn Sie die Faultürme abschalten und den Schlamm von Anfang an nach unser Verfahren aufbereiten würden.

Mit freundlichen Grüßen: Mérai, AQUEX GmbH in D-66280 Sulzbach


@ Herr Josef Mérai,
ich vermisse bei Ihren Ausführungen nachprüfbare Quellenangaben bezüglich der Schlammfaulungsanlagen
wie sie von Ihnen hier dargestellt werden.
Eine Schlammfaulung auf dem Stand der Technik ist ein emissionsfreies, geschlossenes System ohne die
von Ihnen reißerisch genannten Nebenwirkungen. Außerdem brennt ein gut ausgefaulter kommunaler
Klärschlamm auch ohne Stützfeuer und gibt für eine sinnvolle thermische Verwertung immer noch genügend
überschüssige Energie ab.
Auf den ersten Blick, ohne Kenntnis der verfahrenstechnischen Voraussetzungen, mag Ihre Darstellung des
energetischen Inhalts von Rohschlämmen, besonders in einer Zeit des Energiewandels, für den unbedarften Leser einleuchtend sein. Mit einem tieferen
Verständnis über die inneren Vorgänge, besonders des reibungslosen, störungsfreien, Betriebes einer Schlammverwertungsanlage
wird die Distanz zur Behandlung von Rohschlämmen sehr groß!
Meine Einschätzungen beziehe ich aus 30 jähriger Erfahrung, mit verschiedenen Systemen – und vollmundigen Versprechungen – in
der Schlammbehandlung, welche immer auf dem Boden der Realität landete.
Wir betreiben 2 Schlammfaulungen mit hohem Automatisierungsgrad. Eine dieser Faulungen funktioniert seit 8jahren vollautomatisch,
störungsfrei, in einem geschlossenen System, erzeugt el. Energie und Wärme. Die Reststoffe werden anschließend auf Grund
kommunalpolitischer Zwänge im Braunkohlekraftwerk mitverbrannt.
Diese Anlagen wurden in Eigenleistung wesentlich verändert bis sie die gewünschten Ergebnisse brachten.
Nach heutigem Stand der Technik ist es möglich Schlammfaulungsanlagen ohne Gasbehälter, wirtschaftlich, vollautomatisch, emissionsfrei, störungsfrei,
betriebssicher, kontinuierlich, zu betreiben. Darin liegt ein sehr großes ökologisches sowie ökonomisches Einsparpotential für die
Betreiber von Abwasserreinigungsanlagen mit separater Schlammbehandlung und ein angenehmerer Arbeitsplatz für die Betreiber.
Hartmut Zerrer
Zweckverband Klärwerke
Böblingen – Sindelfingen
Baden Württemberg
Also,
ich bin bereit meinen vollen Namen zu nennen, ganz im Gegenteil von Ihnen. Ich bin auch gerne bereit jeden, der von diesem Thema etwas versteht, Rede und Antwort stehen. Er soll nur vernünftig argumentieren und vernünftige Argumente auch akzeptieren können.
Faulturm kommt aus der Entwicklung der Schlammaufbereitung. Als der Schlamm zu viel wurde und in den üblichen Faulbeeten keine genügende Volumenreduzierung erreicht wurde, hat man den Faulturm erfunden, wo ein wesentlicher Teil des organischen Teil des Schlammes durch methabolisierung vernichtet wurde. Das gebildete Methangas wurde einfach verfackelt. Der Rest wurde mit den ebenfalls für die Schlammreduzierung erfundenen Geräten - Siebtrommel, Zentrifuge, Siebbandpresse, Kammerfilterpresse - im Volumen weiter reduziert und den Schlamm auf die Deponie oder in die Landwirtschaft abgegeben.
Später wurde festgestellt, dass mit der Verfackelung des Methangases Energie verschleudert wird und man entwickelte die BHKWs, die heute noch eingesetzt und damit Strom erzeugt werden.
Das ist die Lage heute. Dass dabei der Schlamm stabilisiert oder neutralisiert wird, ist ein Kindermärchen. Der orgnische Teil ist weniger geworden. Der ausgefaulte Schlamm stinkt aber weiter, bleibt ekelhaft, ist mit Viren und Bakterien voll und arbeitet weiter. Wer es nicht glaubt, soll es versuchen in einen mit Faulschlamm gefüllten und gut verschlossenen Kanister in seine Wohnung zu stellen und abwarten, wass passiert. Ich bin überzeugt, spätestens nach einer Woche wird er mir glauben.
Sie reiben die Hände weil Sie meinen, mit der Stromerzeugung haben Sie ein gutes Geschäft gemacht und ein Teil des Stromverbrauchs der Kläranlage damit gedeckt ist. Wie gesagt, wir sind noch immer bei der Grundgedanke, der Schlamm muss vernichtet werden. Das ist falsch! Der kommunaler Klärschlamm ist ein ausgezeichneter Energieträger, der dementsprechend behadelt werden soll.
Der Bau von Faultürmen ist ein Schildbürgerstreich. Warum das so ist, werden Sie sofort einsehen, wenn Sie Folgendes bedenken:
Wir entwässern den Schlamm auf durchschnittlich auf ca. 30 % TS und bringen es - anstatt wie früher auf die Deponie - in Kraftwerke und lassen es verbrennen. Bekanntlich brennt aber der Schlamm erst bei ca. 40 % TS, für die Verbrennung muss also Zustzenergie - meistens in Form von Gas oder Öl - zugegeben werden.
Was machen wir aber: Wir bauen Faultürme und nehmen einen wesentlichen Teil der energie des Schlammes ab. Um nachher den Rest verbrennen zu können, müssen wir die abgenommene Energie zurückgeben, um den ursprünglichen Zustand zu erreichen und dann noch zusätzlich, um verbrennen zuu können. Aber dann haben wir den Schlamm nur vernichten können, obwohl es noch viel Energie enthält. Aber daran denkt niemand mehr, weil durch die Selbstzufriedenheit, wir haben mit dem Faulturm etwas Wunderbares erreicht und Energie erschafft, niemand mehr witer denkt. Und für diesen Irrtum sind wir bereit Millionen auszugeben.
Das kann ja kein Kommualpolitiker vertreten!
Richtig ist es, den Schlamm als Energieträger zu betrachten und dementsprechend behandeln. Der Rohschlamm soll direkt entwässert und hochprozenntig getrocknet und dann thermisch verwertet werden.
Und wie das gemacht wird, kann ich Ihnen zeigen. Rufen Sie an!
Freundlichst Ihr
Dipl.Ing. Josef Mérai, Geschäftsführer der AQUEX GmbH, Industriestraße 8, 66280 Sulzbach. Tel: 06897 68 58 69 2, Fax - 6858741, E-mail: merai@aquex.de
Hallo,
wer verbirgt sich den nun hinter Jo: Herr Merais oder Herr Schiefer?
Ansonsten immer nur die gleiche unbewiesene Behauptung wie schon in der Diskussion: Unsinn oder Sinn von Faulungsanlage.
Jeder weitere Kommentar erübrigt sich wohl hiermit
LG
Klärer55
Hallo zusammen,
Jo kennt offensichtlich keine gut funktionierende anaerobe Stabilisierung in Faulbehältern
und auch nicht den dazu notwendigen, sehr geringen, Aufwand!
hz



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