Abwasser - NEWS

  Potenziale aus Klärschlamm nutzen
28.05.2014  
DIE 5. VDI-FACHKONFERENZ "KLÄRSCHLAMMBEHANDLUNG" DISKUTIERT RECHTLICHE NEUERUNGEN FÜR DIE KLÄRSCHLAMMVERWERTUNG SOWIE MODERNE VERFAHREN ZUR PHOSPHORRÜCKGEWINNUNG

Klärschlamm lässt sich auf verschiedene Wege verwerten - entweder stofflich als Grundlage für Phosphatdünger oder energetisch in der Mono- oder Mitverbrennung. Derzeit arbeitet die Bundesregierung an einer Novellierung der Klärschlammverordnung - nach mehr als 20 Jahren. Die 5. VDI-Fachkonferenz "Klärschlammbehandlung" am 17. und 18. September 2014 in Straubing befasst sich mit der neuen Verordnung und gibt einen Ausblick über neue Entwicklungen in Forschung und Praxis. Konferenzleiter ist Prof. Dr.-Ing. Reiner Numrich von der Universität Paderborn.

Auf der Konferenz erläutert unter anderem Dr. Claus-Gerhard Bergs vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, wie sich die Anforderungen des Koalitionsvertrags umsetzen lassen und welche Auswirkungen diese auf die Klärschlammverordnung haben wird. Bergs thematisiert neben der Klärschlammverordnung die Düngemittelverordnung und berücksichtigt die Phosphorrückgewinnung aus Abwasser und Klärschlamm.

Unter dem Thema der Mechanischen und Thermischen Verwertung von Klärschlamm berichtet Jörn Franck von Dr. Ermel über zukunftsfähige kleinere Anlagen der thermischen Klärschlammverwertung. Er beschreibt die aktuell verfügbaren Technologien sowie Fallbeispiele fürs Down-scaling. Dr.-Ing. Klaus Scheidig, beratender Ingenieur, diskutiert auf der Konferenz Fragen zur Ressourceneffizienz bei der Klärschlammverwertung mit Bezug zum LAGA-Bericht 2012, in dem Handlungsoptionen zur nachhaltigen Nutzung sekundärer Phosphorreserven bewertet sind. Scheidig diskutiert in seinem Vortrag den Ausstieg aus der Mitverbrennung von Klärschlamm in Zement- und Kraftwerken sowie in anderen Feuerungsanlagen. Zudem bewertet er die Rolle des beabsichtigten Ausstiegs aus der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung.

Am Vortag der Konferenz, dem 16. September 2014 findet ein Spezialtag zum Thema "Trocknung von Klärschlamm" statt. Hier lernen die Teilnehmer in kompakter Form die thermischen und solaren Verfahren der Klärschlammtrocknung kennen. Die Seminarleiter Ulrich Jacobs von ESI ECOSystemsInternational und Steffen Ritterbusch von Thermo-System Industrie- & Trocknungstechnik erläutern die Bilanzierung von Trocknungsanlagen. Darüber hinaus zeigen sie, wie sich der Energiebedarf und die Kosten der Wirtschaftlichkeit von Trocknungsanlagen berechnen lassen.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist die Besichtigung der Kläranlage Straubing im Eigenbetrieb der Straubinger Stadtentwässerung und Straßenreinigung am Vortag der Konferenz, dem 16. September 2014. Hier können die Teilnehmer erleben, wie die Stadt Straubing die Abwasserreinigung und -beseitigung durchführt. Darüber hinaus betreibt der Entwässerungsbetrieb eine Co-Fermentationsanlage, um Energie, weit über den eigenen Bedarf hinaus, zu gewinnen.
von: ptext

  In diesen Kosmetik-Produkten steckt Plastik
19.02.2014  
Der BUND kritisiert, dass in Zahnpasten und Duschgels feinste Plastik-Teilchen stecken, die über das Abwasser in die Umwelt gelangen. Nun wächst die Sorge, dass Nahrungsmittel verunreinigt werden.

Viele gängige Körperpflegeprodukte wie etwa Zahnpasta, Duschgel oder Peeling enthalten feinste Plastik-Teilchen, auch bekannt als "Mikroplastik". Der Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) nun hat eine heikle Liste veröffentlicht, auf der bekannte Erzeugnisse fast aller namhaften Hersteller stehen.

Der Verband befürchtet, dass die Kunststoff-Teilchen über Haushaltsabwässer in Flüsse, Seen und Meer gelangen. Sie schaden dort nicht nur der Tierwelt, sondern finden über Umwege auch in menschliche Nahrungsprodukte. Die Umweltschutz-Organisation fordert deswegen ein EU-weites Verbot der Verwendung von Mikroplastik in kosmetischen Erzeugnissen.

Zahnpasta mit Mikroplastik schrubbt besser

Die Kosmetik-Produkte auf der BUND-Liste enthalten feinen Plastikstaub in der Regel als Bindemittel oder zur Verstärkung ihrer reinigenden Wirkung. Der mechanische Effekt der Kunststoffteilchen gleicht jenem von Sandpapier: Eine Zahnpasta mit Mikroplastik-Teilchen schrubbt Zahnbeläge besser ab; ein entsprechendes Peeling schleift Hautschuppen vom Gesicht.
In der Tat konnten Wissenschaftler in Gewässern zuletzt eine erhöhte Mikroplastik-Belastung nachweisen. Gelangen die Partikel in die Verdauung von Wassertieren wie Fischen und Muscheln, können sie Krankheiten hervorrufen, wie zum Beispiel Entzündungen oder hormonelle Störungen. Dies wiederum hat negative Folgen für den Rest der Nahrungskette.

Sind Milch, Honig und Leitungswasser verunreinigt?

Laut BUND sind durch verunreinigten Klärschlamm – der etwa als Düngemittel eingesetzt wird – auch menschliche Grundnahrungsmittel wie Milch, Honig und Leitungswasser immer öfter durch feinste Kunststoff-Partikel belastet.

Die Auswirkungen des Plastikstaubs im menschlichen Körper sind allerdings noch nicht ausreichend erforscht. Es wird jedoch vermutet, dass er sich auf unsere Gesundheit ebenfalls negativ auswirkt.

Geht es um die Ursachen der zunehmenden Mikroplastik-Verschmutzung haben beide Lager naturgemäß unterschiedliche Positionen. Während der BUND in Körperpflege-Produkten eine der Hauptquellen sieht, verweist der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) auf die steigende Vermüllung der Gewässer, insbesondere der Meere, durch große Plastik-Teile.

Das Umweltministerium hält sich zurück

Der Zerfall von Kunststoff-Abfällen wie zum Beispiel herumtreibenden Plastiktüten setze große Mengen an Mikroplastik-Teilchen frei. Die Kunststoff-Partikel aus Kosmetik-Produkten würden dagegen großteils von Kläranlagen aus dem Abwasser gefiltert. Sie gelangen also kaum in die Natur, so der IKW.

Gleichwohl möchten die in dem Verband organisierten Kosmetikunternehmen in Zukunft freiwillig darauf verzichten, ihren Kosmetika Kunststoffe beizumischen. Der Nivea-Hersteller Beiersdorf strebt den Ausstieg bis Ende 2015 an; andere Unternehmen wollen sich hingegen noch zwei Jahre länger Zeit lassen. Das Bundesumweltministerium unterstützt den Verzicht zwar, sieht allerdings keine Notwendigkeit, zusätzlichen gesetzlichen Druck auszuüben.

von: die welt

  Klärschlamm als Dünger
07.01.2013  
In einem vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) geförderten Projekt sollen Schwermetalle und Schadstoffe gezielt aus Klärschlämmen entfernt werden.

Um Klärschlämme besser und sicherer in Landwirtschaft und Gartenbau nutzen zu können, fördert das BMEL im Programm zur Innovationsförderung durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) den Forschungsverbund CARBOWERT. Dieser versucht durch hydrothermale Carbonisierung aus Klärschlämmen hochwertige Bodenhilfsstoffe und Dünger zu entwickeln.

Die hydrothermale Carbonisierung (HTC) wird seit einigen Jahren vermehrt in Wissenschaft und Forschung untersucht. Dabei richtete sich das Augenmerk bisher jedoch besonders auf die Behandlung von Biomassen zur Erzeugung alternativer Brennstoffe. Untersuchungen zur landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Nutzung von hydrothermal erzeugten Kohlen liegen nur vereinzelt vor und basieren vornehmlich auf der Behandlung von Biomassen mit relativ hohen Trockenmasseanteilen und geringen Nährstoffgehalten.

Da die HTC-Technologie sich aber besonders für die Behandlung sehr feuchter und flüssiger Ausgangsmaterialien eignet, wird im Verbundvorhaben CARBOWERT untersucht, ob durch die hydrothermale Behandlung eine verbesserte Nutzung von Klärschlämmen in Landwirtschaft und Gartenbau erzielt werden kann.

Eine der zentralen Fragen der Forschungsarbeiten ist, ob und wie durch die HTC-Behandlung Schwermetalle und weitere Schadstoffe aus den Klärschlämmen eliminiert oder ausgeschleust werden können. Gleichzeitig wird ermittelt, ob durch die HTC-Behandlung positive Effekte auf den Nährstoff- und Wasserhaushalt im Boden sowie das Klima (CO2-Speicherung) erzielt werden können. Hierzu sollen die im Labormaßstab bereits erzielten, ersten Erkenntnisse der Prozesssteuerung vertieft untersucht und auf eine großtechnische Anlage übertragen werden. Die Eigenschaften und meliorativen Effekte der so erzeugten HTC-Kohlen werden in begleitenden Labor-, Gewächshaus- und Feldversuchen bestimmt.
Das im Oktober 2013 gestartete Vorhaben ist für einen Zeitraum von 36 Monaten geplant und wird mit insgesamt 1,69 Millionen Euro unterstützt. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH (UFZ) koordiniert das zusammen mit dem Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ), der TerraNova Energy GmbH und der Hochschule Trier durchgeführte Forschungsvorhaben.
von: Umweltdienstleister

  Kommunale Klärschlamm-Anlage nach Pleite an Gemüsebauer verkauft
08.03.13 - 07:53 Uhr  
In einem vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) geförderten Projekt sollen Schwermetalle und Schadstoffe gezielt aus Klärschlämmen entfernt werden.

Um Klärschlämme besser und sicherer in Landwirtschaft und Gartenbau nutzen zu können, fördert das BMEL im Programm zur Innovationsförderung durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) den Forschungsverbund CARBOWERT. Dieser versucht durch hydrothermale Carbonisierung aus Klärschlämmen hochwertige Bodenhilfsstoffe und Dünger zu entwickeln.

Die hydrothermale Carbonisierung (HTC) wird seit einigen Jahren vermehrt in Wissenschaft und Forschung untersucht. Dabei richtete sich das Augenmerk bisher jedoch besonders auf die Behandlung von Biomassen zur Erzeugung alternativer Brennstoffe. Untersuchungen zur landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Nutzung von hydrothermal erzeugten Kohlen liegen nur vereinzelt vor und basieren vornehmlich auf der Behandlung von Biomassen mit relativ hohen Trockenmasseanteilen und geringen Nährstoffgehalten.

Da die HTC-Technologie sich aber besonders für die Behandlung sehr feuchter und flüssiger Ausgangsmaterialien eignet, wird im Verbundvorhaben CARBOWERT untersucht, ob durch die hydrothermale Behandlung eine verbesserte Nutzung von Klärschlämmen in Landwirtschaft und Gartenbau erzielt werden kann.

Eine der zentralen Fragen der Forschungsarbeiten ist, ob und wie durch die HTC-Behandlung Schwermetalle und weitere Schadstoffe aus den Klärschlämmen eliminiert oder ausgeschleust werden können. Gleichzeitig wird ermittelt, ob durch die HTC-Behandlung positive Effekte auf den Nährstoff- und Wasserhaushalt im Boden sowie das Klima (CO2-Speicherung) erzielt werden können. Hierzu sollen die im Labormaßstab bereits erzielten, ersten Erkenntnisse der Prozesssteuerung vertieft untersucht und auf eine großtechnische Anlage übertragen werden. Die Eigenschaften und meliorativen Effekte der so erzeugten HTC-Kohlen werden in begleitenden Labor-, Gewächshaus- und Feldversuchen bestimmt.
Das im Oktober 2013 gestartete Vorhaben ist für einen Zeitraum von 36 Monaten geplant und wird mit insgesamt 1,69 Millionen Euro unterstützt. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH (UFZ) koordiniert das zusammen mit dem Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ), der TerraNova Energy GmbH und der Hochschule Trier durchgeführte Forschungsvorhaben.
von: S-W Umschau

  Potenziale aus Klärschlamm effektiv nutzen
23.07.2013  
Die 4. VDI-Fachkonferenz "Klärschlammbehandlung" am 6. und 7. November 2013 in Dortmund thematisiert innovative Technologien, um Klärschlamm zu verwerten

(pressebox) Düsseldorf, 22.07.2013 - Neue Schadstoff-Grenzwerte erschweren es zukünftig, Klärschlamm landwirtschaftlich zu verarbeiten. Daher suchen Kommunen und die Industrie nach anderen Behandlungswegen für anfallende Schlämme. Die 4. VDI-Fachkonferenz "Klärschlammbehandlung", die das VDI Wissensforum am 6. und 7. November 2013 in Dortmund veranstaltet, stellt biologische und energetische Verfahren sowie neue Entwicklungen zum Phosphorrecycling vor. Die fachliche Leitung hat Prof. Dr.-Ing. Reiner Numrich von der Universität Paderborn.


Neben der klassischen Mono- und Mitverbrennung existieren neue und modifizierte Verfahren, um Klärschlamm weiter zu behandeln, wie beispielsweise Vererdung, Thermodruckhydrolyse oder auch Pyrolyse. Zudem steht im Fokus der Anlagenbetreiber, wie sie die Ressource Phosphor aus dem Klärschlamm oder dessen Verbrennungsaschen nutzen können. Claus-Gerhard Bergs, Referatsleiter im Bundesumweltministerium, erläutert wichtige rechtliche Aspekte wie die novellierte Klärschlammverordnung und den Stand der neuen Phosphorrecyclingverordnung. Darüber hinaus berichten Experten über ihre Betriebserfahrungen bei der effizienten energetischen Nutzung von Klärschlamm in Monoverbrennungsanlagen. Auch die Mitverbrennung von Klärschlamm in Zementwerken ist Thema auf der Konferenz. Am Vortag der Fachkonferenz, dem 5. November 2013, haben Teilnehmer die Möglichkeit, das Lippewerk der REMONDIS Aqua GmbH in Lünen zu besichtigen.

Die Veranstaltung der VDI Wissensforum GmbH richtet sich an Betreiber von Kläranlagen, Ersatzbrennstoffkraftwerken und Verbrennungsanlagen sowie an Anlagenplaner und -bauer.


von: VDI Wissensforum GmbH


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